Donnerstag, 27. September 2012
Leichtmatrosen im Umfragetief
Die Seeräuber-Partei steckt in der Flaute fest und kommt wohl nicht mehr in Fahrt. Kein Wunder: Die Freibier-Propaganda der Internetaktivisten ist zu leicht zu durchschauen. Ihre Ahnungslosigkeit in vielen Sachfragen ist nicht charmant, sondern geradezu unverantwortlich. Konsequenterweise dümpeln die Leichtmatrosen der Politik im Umfragetief. Auch in Ingolstadt bläst den Seeräubern der Gegenwind ins Gesicht: Die spärlichen Impulse der Schanzer Politikneulinge – „Kostenloses Busfahren! Videos aus dem Stadtrat!“ – können nicht ernst genommen werden.
Freitag, 20. Juli 2012
Transparenz mit (Enter-)Haken
Die Seeräuber-Partei hat nichts zu verbergen, heißt es.
Politische Transparenz, das ist das Motto der Computer- und Internetaktivisten.
Der (Enter-)Haken an diesem populistischen Gestus: In Wahrheit sind die
Seeräuber gar nicht so erpicht darauf, dass Ihnen die Bürgerinnen und Bürger
bei der politischen Arbeit über die Schultern schauen. Ganz im Gegenteil: Beim Parteitag in Niedersachsen wird die Presse jetzt
sozusagen eingezäunt, denn Filmaufnahmen dürfen nur in einem „gemischten
Bereich“ (Mixed-Zone) gemacht werden. Der Schliffel hält das für ein seltsames Demokratieverständnis: Im Ingolstädter Stadtrat sind
regelmäßig Journalisten, Fotografen und Kameraleute anwesend. Die Lichtkünstler
der Medien dürfen sich selbstverständlich frei bewegen und den gesamten Vorgang
in der öffentlichen Sitzung dokumentieren – in Wort, Ton und Bild. Das sollten
sich die scheinheiligen Seeräuber gut überlegen, bevor sie sich um ein
kommunales Mandat in der Schanz bewerben.
Dienstag, 10. Juli 2012
Freibier-Politik
Da schau´ her: Die Seeräuber-Partei propagiert auch in
Ingolstadt ungeniert ihre Freibier-Politik. Hier ein Geschenk, dort eine
kostenlose Kommunalleistung – so sollen die Wählerinnen und Wähler geködert
werden.
Forderungen wie ein kostenloser Öffentlicher
Personennahverkehr (ÖPNV) oder das Gratis-Internet im Stadtgebiet sind jedoch
haarsträubende Schaufenster-Anträge, die vom Geld der Steuerzahler bezahlt
werden sollen.
Erst kürzlich haben die Polit-Propagandisten in einer
Pressemitteilung angedroht, „Learning by doing!” sei ihr Motto für die
kommunalpolitische Arbeit. Da werden sich die Schanzer Bürgerinnen und Bürger
aber noch oft die Augen reiben, warnt der Schliffel: Wer politisch bislang nur
durch uninformiertes Pöbeln auffällt, hat im Stadtrat nichts zu suchen.
Dienstag, 26. Juni 2012
Plumpe Polit-Propaganda
Die Bezirksausschüsse in Ingolstadt sind
ein bewährtes und erfolgreiches Mittel zur Bürgerbeteiligung. Von 2008 bis 2010
fanden etwa 150 BZA-Sitzungen statt. Fast alle der 2.300 gefassten Beschlüsse in
dieser Zeit wurden auch umgesetzt. Dennoch wetterte kürzlich die
Seeräuber-Partei: „Es fehlt in Ingolstadt an allen Enden an Transparenz und
Mitbestimmungsmöglichkeiten.“ Dumm gelaufen, meint der Schliffel, denn nur
wenige Tage später muss die plumpe Polit-Propaganda korrigiert werden: „Der
Pressesprecher der Stadt Ingolstadt, Gerd Treffer, hat mich darauf hingewiesen
das die Bezirksausschüsse durchaus Antragsrecht im Stadtrat haben. Muss ich mir
noch genauer anschauen. Learning by doing!”“ schreibt – inklusive Tippfehler - der
offenbar uninformierte Kritiker. Bleibt die spannende Frage: Schafft es der
vermeintliche Nachwuchs-Politiker, sich bis 2014 schlau zu machen, oder bleibt
es beim Pöbeln pur im Internet?
Dienstag, 19. Juni 2012
Kennen Sie Palle Petersen aus der Schweiz?
Kennen Sie Palle Petersen aus der Schweiz? Nein? Sollten
Sie aber. Denn Herr Petersen und 666 weitere Unterzeichner einer
Online-Petition im Internet forderten kürzlich den Ingolstädter Stadtrat auf,
die Entscheidung über den Bebauungsplan für das Ingolstädter Gießereigelände zu
verschieben. Der Schliffel ist darob ein wenig verwirrt: Wieso zerbrechen sich
jetzt die Schweizer den Kopf über die Schanzer Kommunalpolitik? Dürfen wir
künftig im Gegenzug über den EU-Beitritt des Alpenlandes abstimmen? Klingt ein
wenig seltsam, ist aber ganz einfach: Hinter der vermeintlich
lokalpatriotischen Unterschriftenaktion stecken lediglich Aktivisten der
Seeräuber-Partei in Ingolstadt, die sich ganz ungeniert als technische
Dienstleister für Internet-Kampagnen profilieren wollen. Es steht zu
befürchten: Wenn demnächst die Aktion „Freibier für ganz Ingolstadt“ laufen
sollte, ist Palle Petersen wieder mit an Bord.
Freitag, 27. April 2012
Vermeintliche Verfechter der Bürgerrechte
Die
Demokratie lebt vom respektvollen Streitgespräch. Dazu gehört, dass alle
Beteiligten einen Standpunkt in der sachlichen Auseinandersetzung haben und ihn
auch öffentlich vertreten können. Politische Entscheidungen, die in den
digitalen Hinterzimmern des „Internet Protocol“ (IP) ausgekungelt werden, sind
weder transparent noch das Allgemeinwohl fördernd. Die Befürworter einer
Online-Regierungsform, die am liebsten in „Wikis“ und per „RSS-Feed“
diskutieren, sind nur vermeintliche Verfechter der Bürgerrechte. In unserer
Gesellschaft müssen alle Altersgruppen und sozialen Schichten am politischen
Prozess beteiligt werden – nicht nur die Computer-Spezialisten.
Donnerstag, 16. Februar 2012
Das Schanzer Glacis
Nach dem Maya-Kalender geht angeblich Ende 2012 die Welt
unter. In Ingolstadt haben wir dieses einschneidende Ereignis bereits hinter
uns: Vor knapp zwei Jahren polterten und wetterten die selbst ernannten Schützer
des Schanzer Glacis, weil an der Friedhofstraße ein neues Studentenwohnheim
angeblich die Optik des Kavaliers Zweibrücken verunstalten würde. Das
umstrittene Gebäude steht längst – mit dem Denkmal harmonierend und keineswegs
störend. Viel Lärm um nichts also, wundert sich nicht nur der
Schliffel.
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