Dienstag, 19. Juni 2012

Kennen Sie Palle Petersen aus der Schweiz?


Kennen Sie Palle Petersen aus der Schweiz? Nein? Sollten Sie aber. Denn Herr Petersen und 666 weitere Unterzeichner einer Online-Petition im Internet forderten kürzlich den Ingolstädter Stadtrat auf, die Entscheidung über den Bebauungsplan für das Ingolstädter Gießereigelände zu verschieben. Der Schliffel ist darob ein wenig verwirrt: Wieso zerbrechen sich jetzt die Schweizer den Kopf über die Schanzer Kommunalpolitik? Dürfen wir künftig im Gegenzug über den EU-Beitritt des Alpenlandes abstimmen? Klingt ein wenig seltsam, ist aber ganz einfach: Hinter der vermeintlich lokalpatriotischen Unterschriftenaktion stecken lediglich Aktivisten der Seeräuber-Partei in Ingolstadt, die sich ganz ungeniert als technische Dienstleister für Internet-Kampagnen profilieren wollen. Es steht zu befürchten: Wenn demnächst die Aktion „Freibier für ganz Ingolstadt“ laufen sollte, ist Palle Petersen wieder mit an Bord.

Freitag, 27. April 2012

Vermeintliche Verfechter der Bürgerrechte


Die Demokratie lebt vom respektvollen Streitgespräch. Dazu gehört, dass alle Beteiligten einen Standpunkt in der sachlichen Auseinandersetzung haben und ihn auch öffentlich vertreten können. Politische Entscheidungen, die in den digitalen Hinterzimmern des „Internet Protocol“ (IP) ausgekungelt werden, sind weder transparent noch das Allgemeinwohl fördernd. Die Befürworter einer Online-Regierungsform, die am liebsten in „Wikis“ und per „RSS-Feed“ diskutieren, sind nur vermeintliche Verfechter der Bürgerrechte. In unserer Gesellschaft müssen alle Altersgruppen und sozialen Schichten am politischen Prozess beteiligt werden – nicht nur die Computer-Spezialisten.

Donnerstag, 16. Februar 2012

Das Schanzer Glacis


Nach dem Maya-Kalender geht angeblich Ende 2012 die Welt unter. In Ingolstadt haben wir dieses einschneidende Ereignis bereits hinter uns: Vor knapp zwei Jahren polterten und wetterten die selbst ernannten Schützer des Schanzer Glacis, weil an der Friedhofstraße ein neues Studentenwohnheim angeblich die Optik des Kavaliers Zweibrücken verunstalten würde. Das umstrittene Gebäude steht längst – mit dem Denkmal harmonierend und keineswegs störend. Viel Lärm um nichts also, wundert sich nicht nur der Schliffel.

Mittwoch, 11. Januar 2012

Eine linguistische Bildung hilft


Eine Kindheit in der späten Nachkriegszeit hatte durchaus Vorzüge: In der Volksschule musste der Schliffel nur eine Fremdsprache lernen, nämlich Hochdeutsch. Heute pauken schon die Dreijährigen in der Kinderkrippe Chinesisch in Wort und Schriftzeichen. Eine linguistische Bildung hilft allerdings auch bei der Orientierung: Für die Mädchen und Buben aus der Simone-De-Beauvoir-Straße im Ingolstädter Westviertel ist fließend Französisch quasi Grundvoraussetzung, um überhaupt den Weg nach Hause zu finden. Es ist daher durchaus zu begrüßen, dass die neue Vorschlagsliste für weibliche Straßennamen in Ingolstadt neben Camille Claudel (sprich: Kaamii Kloodel) und Virginia Woolf (sprich: Wirtschinia Wuulf) auch berühmte Persönlichkeiten wie Anna Freud oder Berta Hummel enthält.

Mittwoch, 19. Oktober 2011

Kostet die Stadt keinen Cent


Hermann Regensburger, der als Staatssekretär das Polizeimuseum nach Ingolstadt gebracht hat, wird sich freuen, dass dieses nach vielen Ankündigungen heuer noch eingeweiht werden soll. Auch wenn er gehofft hatte, dies würde noch in seiner aktiven Dienstzeit geschehen, die vor mehr als acht Jahren endete. Museumsmühlen mahlen eben langsam. Einigen Kritikern aus dem linken Spektrum sei dabei gesagt, dass dieses staatliche Museum - im Gegensatz zu vielen anderen Museen - der Stadt keinen Cent kostet und wahrscheinlich mehr interessierte Besucher nach Ingolstadt locken wird als alle städtischen Museen zusammen, meint der Schliffel.

Dienstag, 20. September 2011

Sehen und gesehen werden


Sehen und gesehen werden: So lautete die Devise mancher Zeitgenossen, die sich wie beim Autoskooter auf dem Volksfest offensichtlich einen Spaß daraus machen, ihre Runden um die Parkplätze in der Theresien- und Kreuzstraße zu drehen. Die Besucher der zahlreichen Straßencafés scheint das allerdings wenig zu stören - sonst säßen sie ja wohl nicht Seit‘ an Seit‘ mit Kotflügel und Stoßstange. In der Autostadt Ingolstadt, die vom Mythos der Blech- und Alukarossen lebt, können die Menschen offenbar gut mit den Autoparaden und dem Parkverkehr leben.

Dienstag, 16. August 2011

Manche Mühlen mahlen langsam


Des Freistaats Mühlen mahlen langsam – siehe der geplante Biergarten im alten Militärschwimmbad an der Friedhofstraße. Jahr für Jahr zieht sich die unendliche Baumaßnahme hin. Und die staatlichen Planer haben eine große Chance vertan: Mit minimalem Aufwand hätten sie den künftigen Biergarten mit einem Wasserlauf bereichern können, der an die Schutter, die das Militärbad gespeist hat, erinnert. Vielleicht lässt sich wenigstens am viel diskutierten Betonbunker in geeigneter Form eine Informationstafel anbringen?